24h-Übung der Jugendfeuerwehren aus Bornheim und Waldorf

Pünktlich um 8.00 Uhr am 29.10.2016 trafen sich die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehren Bornheim und Waldorf im Gerätehaus Bornheim. Bereits zum zweiten Mal führten wir eine 24h-Übung durch.
Begonnen hatten wir mit der Wachübernahme. Dabei prüften die Kinder und Jugendlichen selbstständig alle Fahrzeuge sowie Geräte auf Vollständigkeit und Funktion. Währenddessen ging auch schon der erste Alarm mit dem Stichwort TH1-Hilfeleistung Rettungsdienst ein. Schnell wurde sich umgezogen und die Fahrzeuge besetzt. Dann ging es nach Rösberg zu der Firma Jüssen, wo eine verletzte Person mit der Drehleiter vom Dach einer Lagerhalle gerettet werden musste.
Beim Erkunden des Betriebsgeländes durch den Einsatzleiter fand er noch eine weitere verletzte Person vor, diese war bei Arbeiten mit einem Stapler von 2 Platten eingeklemmt worden. Schnell wurde dem Einsatzleiter klar, dass er einen zweiten Einsatzabschnitt aufmachen musste. So musste die 2. Staffel mittels schwerem Gerät, das sie aus dem Rüstwagen bezog, die eingeklemmte Person befreien. Zur gleichen Zeit war die erste Gruppe damit beschäftigt, die verletzte Person mittels Multifunktionsleiter und Drehleiter vom Dach zu retten. Nach einer Stunde waren beide Personen gerettet. Zum Abschluss gab es von Herrn Jüssen (Inhaber der Firma Jüssen) Kakao und Kaffee für die Kinder und Jugendlichen, worüber sich alle sehr gefreut haben.
Wieder zurück, musste das Gerätehaus auf Vordermann gebracht werden, dazu gehörte die Reinigung der Fahrzeughalle, der Umkleide und des Schulungsraums.

Ausbildung gehört mit zu den Tätigkeiten eines Berufsfeuerwehrmanns, daher wurde nach dem Putzen ein theoretischer Unterricht zum Thema ABC-Einsatz (A=Atomar, B=Biologisch, C=Chemisch) durchgeführt. Zeitgleich wurde in der Küche schon fleißig das Mittagessen zubereitet. Um 12:00 Uhr wurde an einem großen Tisch gemeinsam zu Mittag gegessen.
Direkt nach dem Essen ging der zweite Einsatz ein. Gemeldet war ABC3-undichter Behälter. In diesem Fall handelte es sich um eine grünliche Flüssigkeit, die aus einem, Kessel auslief. Es wurde zügig ein Not-Dekontaminationsplatz aufgebaut und ein Trupp ging zum Abdichten des Behälters mit Abdichtmaterial und Auffangbehältern in den Gefahrenbereich vor. Nach erfolgreichem Abdichten des Behälters wurde sichtbar, dass der Trupp sich mit der Flüssigkeit kontaminiert hatte. Dies hatte zur Folge, dass eine gründliche Dekontamination nötig war, die erfolgreich durchgeführt wurde. Die Einsatzstelle wurde aufgeräumt und danach ging es wieder zurück ins Gerätehaus.

Anschließend hatten sich die Kinder eine Pause verdient. Doch es blieb nicht lange ruhig und der Alarm ertönte schon wieder, das jetzige Stichwort lautete B2 Fläche - droht auf Nachbargebäude überzugreifen. Voller Elan zogen die Kinder sich um in der Vorfreude endlich mal echtes Feuer zu löschen. Angekommen am Einsatzort wurde erkenntlich das es sich hier um ein nicht angemeldetes Nutzfeuer handelte, welches zu groß geworden war. Nach dem Erkunden des Einsatzleiters kam der Befehl: Angriffstrupp zum Kühlen mit 1. Rohr zum Nachbargebäude über die Wiese vor. In der gleichen Zeit musste eine Löschwasserversorgung aufgebaut werden, welche sich aber bei den örtlichen Begebenheiten als schwierig herausstellte, da der nächste Hydrant ca. 180m vom Fahrzeug entfernt war. Diese Aufgabe wurde sehr schnell gelöst, indem die Jugendfeuerwehrmitglieder eine lange Wegstrecke aufbauten. Der Einsatz zog sich bis in die Abendstunden hin und erforderte lange Aufräumarbeiten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde noch ein Film geschaut, bei dem die ersten schon langsam einschliefen. Um 23:00 Uhr war dann Nachtruhe angesagt. Um 03:37 kam der Alarm ABC1-Öl rein. Mühsam schleppten sich die Kinder noch einmal zu den Fahrzeugen. Angekommen an der Einsatzstelle wurde eine ca. 100m lange Ölspur festgestellt. Jetzt hieß es: „Viele Hände schnelles Ende“. Nach 20 Minuten waren die Kinder fertig mit Kehren und es ging wieder zügig Richtung Gerätehaus, um noch ein paar Stunden zu schlafen. Nach dem Frühstück um 07:00 Uhr wurden alle Fahrzeuge gereinigt und das Gerätehaus aufgeräumt. Wie auch letztes Jahr hat es den Kindern und Jugendlichen viel Spaß gemacht, so dass sich die viele Arbeit und Vorbereitungszeit der Jugendwarte und Helfer gelohnt hat!